Zitiert: Ein öffentlich-rechtlicher Sender muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen

Beitragszahler haben ein Anrecht darauf, den in ARD, ZDF und Co. berichteten Ereignissen zweifelsfrei Glauben zu schenken. Wenn also eine der renommiertesten Nachrichtensendungen des Landes, das „heute journal“, über Abschiebepraktiken in den USA berichtet, müssen die Fakten stimmen.

Und wenn dennoch Fehler passieren, so wie am Sonntag, dann müssen sie umgehend und transparent aufgeklärt werden, nicht erst zwei Tage später und auf Medienanfrage. Doch genau das ist passiert. Womit die ZDF-Sendung nicht nur zeigt, wie schlampig offenbar gearbeitet wurde. Sondern auch, wie schlecht die hausinterne Krisenkommunikation ist. Beides schürt einmal mehr und in diesem Fall zu Recht die Vorbehalte gegen ein ohnehin oft kritisiertes, beitragsfinanziertes Rundfunksystem und untergräbt dessen Glaubwürdigkeit. […]

Egal, ob es Unachtsamkeit war oder mehr: Grobe Fahrlässigkeit ist ein unentschuldbares Fehlverhalten – besonders dann, wenn es Signalwirkung hat wie hier und damit auf fatale Art und Weise ein ganzes System in Verruf bringt.

Bei der Gelegenheit sollte das ZDF gleich prüfen, warum die Krisenkommunikation so schlecht funktioniert. Denn erst mit den peinlichen Ausflüchten der Presseabteilung setzte man sich den Attacken rechtspopulistischer Medien aus und ließ auf diese Art und Weise eine menschliche Fehlerkette zu einem handfesten Skandal anwachsen.

Steffen Sowa, t-online.de, 18.02.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)