Zitiert: Eigene Apps werden wichtiger

Doch nicht alle wollen dieses Spiel mitspielen. Googles Entwicklung zwingt die Webseitenbetreiber dazu, sich von dem Tech-Konzern zu emanzipieren. Dadurch könnte sich auch einiges für den Nutzer verbessern, zum Beispiel die Bedienbarkeit der eigenen Seiten.

Man wolle sich mehr auf das Verbessern der eigenen App fokussieren, nicht mehr so sehr auf Zugriffe von Suchmaschinen hoffen, heißt es in der Reddit-Pressekonferenz. Eine eigene Welt bauen, inklusive bequemer Suchfunktion. Reddit hat längst eine eigene KI-Chatsuche innerhalb der Webseite. Ähnlich wie bei Google werden dort Quellen für die Antwort angezeigt – in Form von Forenbeiträgen, auf die man dann klicken kann.

Daran dürften sich auch Medienhäuser ein Beispiel nehmen. Lange hat man nicht nur bei Reddit, sondern auch bei vielen Online-Medien den eigenen Nutzern keine gute Alternative für Suchen angeboten. Der Internetbrowser als Anwendungsgebiet wird unwichtiger, eigene Apps werden wichtiger.

Das Internet ohne Google scheint heute unvorstellbar zu sein. Dabei war das mal die Realität: Wer neue Inhalte entdecken wollte, war auf Links von anderen Nutzern angewiesen, auf Mund-zu-Mund-Weitergabe, auf spezialisiertes Wissen darüber, wo in den Weiten des Internets sich Dinge verstecken, die interessant sein könnten. Das Internet zu entdecken bedeutete, mit Menschen darüber zu kommunizieren. Genau dieses Verhalten könnte in Zukunft wieder wichtiger werden – zumindest für die, die noch wirklich in die Tiefen des Netzes abtauchen wollen und nicht nur an der Oberfläche surfen.

Marie Gundlach, sueddeutsche.de, 16.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)