Zitiert: Digitale Technologien schreiben patriarchalen Logiken fort

Die Art, wie wir uns durch den Alltag bewegen, wie wir Zeit, Raum und Routinen organisieren – all das ist tief in patriarchalen Logiken verankert. Gleiches gilt für die Technologien, die diesen Alltag strukturieren. Besonders deutlich wird das an Phänomenen wie Ride-Sharing, Lieferdiensten oder digitalen Plattformen für Alltagsaufgaben. Die Gig Economy erscheint hier als eine Art externalisierte Fürsorgeökonomie. Zugespitzt formuliert: Hier werden all die Tätigkeiten übernommen, die früher die Mutter erledigt hat. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob uns diese Dienste Zeit sparen. Sondern warum wir unsere technologische Umwelt gerade so organisiert haben, dass sie auf diese Form hinausläuft. Entscheidend ist dabei: Es geht nicht um einzelne Inhalte oder Skandale, sondern um die zugrunde liegenden Strukturen. Während sich Misogynie auf Plattformen vergleichsweise leicht benennen lässt, bleibt der patriarchale Takt des Alltags meist unsichtbar. Doch genau hier bündeln sich Macht, Kapital und Arbeit.

Sarah Sharma, sueddeutsche.de, 06.05.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)