Zitiert: Die Selbstzerstörung des Journalismus

Halten wir kurz inne für einige Zwischenfragen: Warum werden offensichtliche Lügen – Lügen, die, wie gesagt, für jede Person mit Internetzugang als solche erkennbar sind – so verbreitet, dass sie bei bislang uninformierten Leserinnen und Lesern oder Zuschauerinnen und Zuschauern den Eindruck erwecken, die Urheber könnten womöglich die Wahrheit sagen? Warum werden pure Fiktion und realitätsgetreue Beschreibungen und Interpretationen gleichberechtigt dargestellt? Natürlich muss man – so banal es klingt -, manchmal auf Falschbehauptungen und Falschdarstellungen von Politikern eingehen, weil man das Publikum darüber informieren muss, dass diese Politiker Falschbehauptungen oder Falschdarstellungen verbreiten. Dies muss jedoch in einer Weise geschehen, die für die Rezipientinnen und Rezipienten unmissverständlich deutlich macht, dass es sich um Falschbehauptungen oder Falschdarstellungen handelt. Auch und gerade in einem Nachrichtentext.

René Martens, MDR Altpapier, 09.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)