Die Situation beim MDR zeigt, dass das Gleichgewicht der verschiedenen Anstalten innerhalb der ARD immer schwerer zu halten ist. Während die großen Anstalten vergleichsweise gut dastehen, müssen die kleinen und mittleren Sender spürbare Kürzungen vornehmen. An dieser Stelle lohnt sich ein genauer Blick auf den Rundfunkbeitrag. Der ist nämlich überall in Deutschland gleich. Und während die KEF davon ausgeht, dass 18,64 Euro ab 2027 reichen würden, damit das gesamte System für die Beitragsperiode (2025-2025) bedarfsgerecht finanziert ist, sieht das in den einzelnen Anstalten sehr unterschiedlich aus.
Während große Anstalten wie der WDR oder der BR bei einer Anhebung auf 18,64 Euro wohl tatsächlich bedarfsgerecht finanziert wären, weil durch die Vielzahl an neuen Haushalten ein Millionen-Plus entsteht, sieht das bei anderen Sendern anders aus. Der MDR leidet durch den Wegzug von Menschen aus seinen Bundesländern besonders unter dem einheitlichen Rundfunkbeitrag – nimmt er dadurch doch weniger Geld ein. Oder um es anders zu formulieren: Während der Rundfunkbeitrag für den WDR eigentlich auch niedriger ausfallen könnte, müsste er beim MDR höher sein. 18,64 Euro ab 2027 sind der Durchschnitt über alle Öffentlich-Rechtlichen hinweg.
Stefan Niggemeier, sueddeutsche.de, 11.05.2026 (online)

