Der Umsatz der Branche ist in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2024 um 2,9 Prozent gesunken. […] Und auch die Zahl der verkauften Bücher sinkt. Das geht mit dem allgemein schlechten Konsumklima im Einzelhandel einher. Es ist aber auch ein sich seit Jahren abzeichnender Trend: Die Deutschen wollen weniger Bücher haben, und sie lesen weniger. Das ist keine Kleinigkeit, es besagt, dass die Bereitschaft sinkt, sich mit Ideen anderer Menschen konzentriert zu beschäftigen. Mit allen gesellschaftlichen und politischen Folgen. […]
Es passt zur Furcht vor dem Autoritarismus in den USA, dass zu den aktuellen Zahlen dystopische Szenarien etwa von Aldous Huxley zitiert wurden, in denen Menschen sich willig unterdrücken lassen: Bücher und das Denken müsste man ihnen gar nicht erst verbieten, weil sie sich freiwillig mit KI-generierten Nonsense-Clips aus den sozialen Medien alle geistigen Widerstandskräfte abtrainieren
Marie Schmidt, sueddeutsche.de, 12.01.2026 (online)

