Zitiert: Die deutsche Medienlandschaft verliert zwei ihrer wichtigsten Sprachrohre für Frauen

Erst wurde das Aus von „Frau TV“ nach fast 30 Jahren im WDR-Programm bekannt gegeben, dann die Einstellung der Zeitschrift „Emma“ in ihrem 50. Erscheinungsjahr nach Gründung durch Alice Schwarzer. Es ist das Ende zweier feministischer Medieninstitutionen, mit denen eine Frau eng verbunden ist: Lisa Ortgies. […]

„Feminismus ist keine Frage der Beziehung zwischen zwei Frauen“, sagt sie. Was sie derzeit international an Frauenfeindlichkeit und der Rückabwicklung erkämpfter Rechte erlebe, hätte sie sich vor fünf Jahren nicht träumen lassen. Vom Frauenhass auf Social Media bis zu politischen Vorstößen, Erziehungs- und Pflegezeiten bei der Rente nicht mehr zu berücksichtigen: „Rechte, von denen ich selbstverständlich angenommen hatte, dass auch meine Tochter mit ihnen aufwächst, werden wieder infrage gestellt.“ Um dem etwas entgegenzusetzen, brauche es eine große Allianz. „Jede Form der Vernetzung zählt.“

So ein Ort der Vernetzung ist „Frau TV“. Das nach eigenen Angaben letzte verbliebene Frauenmagazin im deutschen Fernsehen fällt nun allerdings der (hier im DWDL-Interview ausgebreiteten) Sparstrategie des WDR zum Opfer. […]

Ortgies denkt derweil schon größer: Warum nicht in der ARD-Mediathek eine eigene Fläche für Frauen und Gesellschaft schaffen, mit Reportagen, Talks, Dokumentationen und Podcasts? Eine Plattform, die Frauen vernetzt, auch über ideologische Gräben hinweg. „Wäre das nicht eine großartige Aufgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?“

Senta Krasser, dwdl.de, 31.10.2026 (online)