Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen abzusagen – das ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord. Jeder, der ein bisschen was mit Großevents zu tun hat – und das habe ich in meiner Funktion als Anwalt oft –, weiß: Dass so eine Veranstaltung an Logistischem scheitert, ist schlicht unrealistisch. Man passt sich einer Sicherheitslage an, etwa durch zusätzliches Sicherheitspersonal. Aber man sagt nicht ab. […]
Wenn Sicherheitsprobleme auftauchen, hat der Staat diese Sicherheitsprobleme zu lösen! Veranstaltungen deswegen abzusagen – das ist die Erosion unserer Demokratie. Je öfter du das machst, desto mehr hat der Druck der Straße gewonnen. Es ist aber auch ein Offenbarungseid seit Jahrzehnten, dass man Konflikte, die hart sind, vermeiden möchte.
Michel Friedman, sueddeutsche.de, 16.06.2026 (online)

