Zitiert: Der Punkt lautet: Es spricht nur der Westen

Dem Osten fehlen die Stimmen. Der Grund dafür liegt in jenem sehr kurzem Zeitraum rund um 1989 und 1990, in dem fatale Weichenstellungen erfolgten, die vermutlich nur von wenigen im Osten und Westen bemerkt wurden. Tatsächlich war – ich erlaube mir diese Zuspitzung -, was von manchem im Osten als Übernahme von Gesellschaft, Alltagskultur, Wirtschaft, Politik, Bildung und dem, was man das eigene Lebenswerk nennen könnte, empfunden wurde, vor allen Dingen eine Diskursübernahme. Die Anlage des öffentlichen Diskurses in der alten Bundesrepublik wurde, institutionell ermöglicht vor allen Dingen durch die Ausweitung der öffentlichen und privaten Mediensysteme vom Westen auf das ostdeutsche Staatsgebiet der neuen Republik, nun 1:1 zu dem der Berliner Republik. Damit aber befinden wir uns nicht mehr auf der diskurssemantischen Ebene, sondern auf der diskursstrukturellen.

Kersten Sven Roth: Ostdeutsch? Westdeutsch? Missverständnis! Warum wir eine andere Debatte brauchen. S. 147 f. (Zum Buch)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)