Seit zwei Jahren basteln die DLF-Hierarchen an einer Programmreform. Zum 30. November soll das Radioprogramm umgestellt werden. Flachfunk statt Fachjournalismus ist dann angesagt. […] Von der „Durchhörbarkeit“ des Programms war die Rede. Also gefälliges Geplapper statt Information. […]
Die kontinuierliche Berichterstattung in den Fachmagazinen sorgte bisher dafür, dass die DLF-Fachjournalisten ein Thema über lange Zeit verfolgen und darüber berichten konnten. Genau diese Fachmagazine werden jetzt abgeschafft. Wo bisher Fachredaktionen für ihre Fachmagazine eigenständig das Programm geplant haben, soll demnächst top-down vom Planungstisch durchregiert werden. […]
Vom Planungstisch aus kann besser durchregiert werden, was gesendet wird. So bleiben bei dieser Reform viele Fragen unbeantwortet: die nach Auswahlkriterien, die nach journalistischen Standards, die nach der ominösen Digitalisierung, die ja die Reform so nötig macht – angeblich. Mir ist bei allen diesen Veranstaltungen, in vielen Gesprächen vor allen Dingen eines aufgefallen: Wenn ich mit Führungskräften des öffentlich-rechtlichen Hörfunks nicht über Auswahlkriterien, Standards oder Digitalisierungsprozesse diskutieren kann, weil inhaltlich von diesen hochbezahlten Führungskräften nichts kommt, dann kann eine Reform nicht gelingen.
Peter Welchering, berliner-zeitung.de, 17.08.2026 (online)

