Schon nach den ersten Sichtungen macht sich im Raum das Gefühl breit, dass es zwar viele solide Produktionen gibt, aber wenig Wagnis. Viel konventionelles Storytelling, aber wenig Mut zur formalen oder thematischen Innovation. Während der Sichtungstage wächst in der Jury die Frustration über eine gewisse Stagnation des Kinder- und Jugendfernsehens. Dabei sollte sich das Medium Fernsehen mehr denn je attraktiv für die jüngste Zielgruppe machen, um relevant zu bleiben. Unser Appell ist klar: Traut euch mehr!
Und doch gibt es sie, die Ausnahmen. Produktionen, die überraschen, die eine eigene, neue Stimme entwickeln, die handwerklich präzise arbeiten und dabei etwas riskieren. Dokumentarisch oder fiktional, animiert oder real, ernst oder humorvoll. In diesem Grimme-Jahr ist für uns in der Jury Kinder & Jugend der spezifische Blick, die Haltung auf Augenhöhe, ganz besonders wichtig.
Helen Körsgen, epd medien, 28.04.2026 (online)

