Zitiert: Der deutsche Kinderfilm aus Jury-Sicht

Schon nach den ersten Sichtungen macht sich im Raum das Gefühl breit, dass es zwar viele solide Produktionen gibt, aber wenig Wagnis. Viel konventionelles Storytelling, aber wenig Mut zur formalen oder thematischen Innovation. Während der Sichtungstage wächst in der Jury die Frustration über eine gewisse Stagnation des Kinder- und Jugendfernsehens. Dabei sollte sich das Medium Fernsehen mehr denn je attraktiv für die jüngste Zielgruppe machen, um relevant zu bleiben. Unser Appell ist klar: Traut euch mehr!

Und doch gibt es sie, die Ausnahmen. Produktionen, die überraschen, die eine eigene, neue Stimme entwickeln, die handwerklich präzise arbeiten und dabei etwas riskieren. Dokumentarisch oder fiktional, animiert oder real, ernst oder humorvoll. In diesem Grimme-Jahr ist für uns in der Jury Kinder & Jugend der spezifische Blick, die Haltung auf Augenhöhe, ganz besonders wichtig.

Helen Körsgen, epd medien, 28.04.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)