ZDF-Intendant Norbert Himmler, bei dem die Verantwortung für alles Programmliche zusammenläuft, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern und verwies auf das spontan in Auftrag gegebene »Aspekte«-Special . Die Ausladung Danger Dans bei der »Anstalt« rechtfertigte man damit, dass in der fast 70-minütigen Sendung nicht genug Zeit für eine seriöse Debatte des Stückes sei; die 15 Minuten der »Aspekte«-Sondersendung können mit dieser Argumentation im Nacken bei aller Sportlichkeit des Teams dann nach dieser Logik natürlich auch nur scheitern. […]
An einer Stelle wird es trotzdem kurz interessant. Der Pop- und Theorieautor Jens Balzer sinniert in Anbetracht des Danger-Dan-Liedes, dass sich alle Linken fragen müssten, wie sie mit linker Militanz umgingen. Dieser eingestreute Verweis auf das Entfremdungs- und Zerlegungspotenzial im eigenen Milieu angesichts der erstarkten AfD führt auch zur Grundproblematik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Er muss sich gegen den Zugriff von rechts wappnen, stößt beim Pochen auf die festgeschriebene Ausgewogenheit aber immer wieder das liberale und linke Kernpublikum vor den Kopf. Eine Dynamik, die sich in den nächsten Monaten noch drastisch verschärfen wird. […]
Das würdelose Hickhack um einen gedanklich bescheidenen Protestsong zeigt: Das ZDF braucht keine Rechtspopulisten oder Rechtsextremen. Es zerlegt sich selbst schon sehr effizient.
Christian Buß, spiegel.de, 19.07.2026 (online)

