Für die Gegner der Brandmauer ist Daniel Günther schon länger eine Reizfigur. Weil der Ministerpräsident in seinem Bundesland zeigt, wie erfolgreich die Union sein kann, wenn sie keine AfD-Narrative übernimmt. Das prädestiniert ihn dafür, Wut und Kampagnen auf sich zu ziehen, für die Robert Habeck wegen Abwesenheit derzeit nicht zur Verfügung steht.
Doch Daniel Günther hält dem Shitstorm stand und macht dabei eine nützliche Erfahrung: dass sich die Attacken dieser Kreise nämlich aushalten lassen. Die Macht der Empörungsindustrie ist begrenzt. Man muss ihr nicht nachgeben. Und Versuche, Unionspolitiker vor sich herzutreiben und ihnen absurde Diskussionen aufzuzwingen, versanden, wenn man nicht einknickt. Hoffentlich werden viele Günthers Beispiel folgen.
Sebastian Leber, tagesspiegel.de, 15.01.2026 (online)

