In der Rede geht es um Antisemitismus an Schulen und darum, welche Verantwortung Lehrkräfte haben, diesem zu begegnen. Während das Manuskript der Ministerin, das auf der Website des Bildungsministeriums zu finden ist, laut Pangram zu 100 Prozent „menschlich“ ist, soll der bearbeitete Gastbeitrag in der Welt zu zwölf Prozent mit KI-Unterstützung erstellt worden sein. Tatsächlich weicht gerade der Schluss des Beitrags erheblich vom Redemanuskript ab.
Ein Sprecher des Axel-Springer-Verlags räumt ein, dass bei der Kürzung „assistierend übliche Werkzeuge zum Einsatz“ gekommen seien, die Eingriffe seien aber „von Menschen geprüft“ worden. Allerdings nicht beim Bildungsministerium: Dieses wurde nicht über die Bearbeitung informiert und hat die gekürzte Fassung auch nicht noch einmal abgenommen, sagt ein Sprecher von Prien. Die Frage, ob der Einsatz von KI bei den Kürzungen von Priens Rede hätte transparent gemacht werden müssen, beantworteten weder der Ministeriumssprecher noch der Sprecher des Axel-Springer-Verlags.
Lena Kampf und Roland Preuß, sueddeutsche.de, 10.07.2026 (online)

