Ein neues wissenschaftliches Gutachten beschäftigt sich mit Ausgewogenheit und Vielfalt der Medien – und liefert gute Anstöße, genauer hinzusehen, wenn wieder jemand allzu simple Medienkritik in ein Mikrofon koffert. Und das kommt ja dann doch häufiger vor. […]
Gefühle sind eine schöne Sache. Und Stilmittel auch. Aber ich kann mich an eine Redaktionskonferenz vor einigen Jahren erinnern, in der der Chefredakteur seine Leute bat, weniger zu fühlen. Macht es handfest!, sagte er sinngemäß. Belegt eure Beobachtungen mit Zahlen! […] Jedes Mal, wenn irgendwo jemand eine Unausgewogenheit oder mangelnde Vielfalt in der Medienberichterstattung fühlt und daraus eine Grundsatzkritik ableitet, denke ich an diesen Chefredakteur und hoffe, dass er den Leuten mal den Kopf wäscht. Gefühlt häufen sich diese Situationen.
Klaus Raab, MDR Altpapier, 29.05.2026 (online)

