Wenn Meta nun Geld verlangt, könnte das – paradoxerweise – zur Emanzipation beitragen. Denn wer zahlt, entscheidet bewusster. […]
Die kulturellen Folgen wären erheblich: Weniger digitale Ablenkung bedeutet mehr Zeit für Bücher, Besuche, Gespräche, Reflexion, Essen. Mehr Raum für eine Genauigkeit der Gefühle. Mehr Gelegenheit, dem Leben zu frönen, statt permanent auf Bildschirme zu starren.
Metas Geschäftsmodell könnte so ungewollt zu einer wiederbelebten, neuen Kultur mit größeren Fähigkeiten zur Konzentration und Freiräumen für die Vorstellungskraft beitragen. Nicht durch moralische Appelle, sondern durch ökonomischen Druck. Das wäre tatsächlich eine Dialektik: Aus der Monetarisierung von Aufmerksamkeit entstünde ihre Befreiung.
Thomas Pany, Telepolis, 03.06.2026 (online)

