Mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland ist es so: Jede und jeder soll sein Programm finden. Das wird in diesem Land vor allem regional verstanden, deswegen haben in der alten, linearen Welt des BR-Fernsehens die Schwaben ein etwas anderes Programm als die Oberbayern. Und die Bremer haben sogar eine ganz eigene Rundfunkanstalt. Für nur 700 000 Einwohner einen inhaltlich immer wieder verdienstvollen, aber eben auch eigenen bürokratischen Apparat mit Intendantin, Direktoren, Personalabteilung, der Radio Bremen heißt.
Das wäre kein Problem, müsste der Rundfunk nicht dringend sparen. Der Reform der Öffentlich-Rechtlichen ist beschlossen, sieht jedoch weniger große strukturelle Streichungen und Umbauten vor, die der Rundfunk insbesondere in seiner Verwaltung brauchen könnte. Sondern ein Wegknipsen hier und da, an einfacheren Stellen. Etwa wird die Anzahl der Radiosender verkleinert. Wie viel damit gespart wird? Völlig unklar, wie ein Gutachten bescheinigte.
Aurelie von Blazekovic, sueddeutsche.de, 03.06.2026 (online)

