Zitiert: ARD-aktuell will Wissensressort abschaffen

Deutschland lebt von innovativer Wissenschaft, Forschung und Technologie. Der Chefredaktion von ARD-Aktuell scheint das egal zu sein. Was kürzlich noch als „Investition in die Zukunft“ galt, soll jetzt weggespart werden.

Die „Investition in die Zukunft“ dauerte kaum vier Jahre: Noch im September 2022 hatten Juliane Leopold und Marcus Bornheim aus der Chefredaktion von ARD-Aktuell den Start eines eigenen Wissensressorts angekündigt. Mit dem neuen redaktionellen Bereich, so Leopold damals, reagiere man „auf ein Bedürfnis unseres Publikums nach mehr Hintergrundinformationen und Einordnung von Nachrichten“. […]

Es ist nicht das erste Mal, dass die Leitungsebene eines öffentlich-rechtlichen Senders in Zeiten von Sparzwängen die Wissenschaftsredaktion als vermeintlich schwächstes Glied in der Redaktionshierarchie als leicht zu opferndes Sparschwein betrachtet – womöglich in Ermangelung eines echten Reformkonzepts. Schließlich kann man bei einem kleinen Ressort und einer im Vergleich zu anderen Akteuren kommunikativ eher trägen Forschungslandschaft auch auf möglichst wenig Widerstand hoffen. […]

Nicht umsonst haben die deutschen Wissenschaftsakademien bereits im Jahr 2017 empfohlen, den Bildungs- und Informationsauftrag der Sender gegenüber der Unterhaltung zu stärken. Konkret sollten „öffentlich-rechtliche Medien (…) angesichts ihrer besonderen Verantwortung und garantierten Finanzierung jenseits von Spartenprogrammen vor allem aber auch ihr zum aktuellen [!] Tagesgeschehen gehörendes journalistisches Angebot zu Themen aus Wissenschaft, Technik und Medizin ausbauen“. […]

Sofern die ARD-Intendanzen die einstige „Investition in die Zukunft“ nun nicht doch noch retten, soll der dramatische Einschnitt übrigens möglichst unsichtbar geschehen. Der Plan: Der Reiter „Wissen“ auf tagesschau.de bleibt, auch wenn die fachlich versierte redaktionelle Qualitätssicherung in Hamburg geht.

Holger Wormer, tagesspiegel.de, 15.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)