Zitiert: Ansprüche an eine Talkshow

Wer die politischen Schmerzpunkte finden will, muss auch verstehen, wie die Menschen denken, die politische Entscheidungen treffen, und was sie zu ihrem Handeln bewegt; so werden wir unserem Auftrag gerecht, Politik verständlich zu machen. […]

Alle Formate der politischen Debatte gehören zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und haben ihre Berechtigung. Aber als Zuschauerin politischer Talkshows frage ich mich gelegentlich, was ich wohl lernen kann, wenn Positionen nur konträr besetzt werden, um sie kollidieren zu lassen. Ich habe gar nichts gegen konstruktiven Streit. Aber er ist nicht sinnvoll, wenn er um seiner selbst willen orchestriert und damit vorhersehbar wird. Wir leben in einer Zeit, in der nur noch wenig so ist, wie wir es jahrzehntelang kannten. Russland führt Krieg in Europa, die USA halten nicht mehr die schützende Hand über uns. Zudem funktioniert unser eigenes Land immer weniger, weil zu viel liegengelassen wurde. Das verunsichert viele Menschen. Deshalb versuchen wir eher zu erklären, zu hinterfragen, zu verstehen als ein Parlament zu simulieren.

Caren Miosga, journalist.de, 21.01.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)