Nehmen wir mal Alexa, das Sprachassistenzsystem von Amazon. Viele haben daran eine „Vergeschlechtlichung“ von Maschinen kritisiert. Aber das ist nur die Oberfläche. Die Technologie wurde inzwischen so programmiert, dass sie mit sexueller Belästigung umgehen kann, man kann ihre Stimme verändern, man kann ihr einen anderen Namen geben, auf den sie hört. Alexa wird also nachträglich mit einem populären Feminismus „aufgerüstet“, damit sie innerhalb der Kreisläufe des Kapitalismus besser funktioniert. Aber was tun wir da eigentlich, wenn wir wollen, dass Alexa „besser“ funktioniert? Was wir implizit sagen, ist doch: Alexas Mangel an Feminismus steht der Kapitalverwertung im Weg. Also wollen wir eine bessere Alexa zu Hause – eine Art feministische Verbündete im Wohnzimmer? Stattdessen sollten wir uns fragen, wozu wir dieses Ding überhaupt haben. Wollen wir den Status dieser Maschine wirklich aufwerten? Dahinter steht doch die grundlegende Figur der Technologie als Diener.
Sarah Sharma, sueddeutsche.de, 06.05.2026 (online)

