Zitiert: Es war auch schon einmal einfacher, TV-Entertainer zu sein.

Klaas ging einst – wie übrigens auch Jan Böhmermann – beim Godfather des deutschen TV-Schabernacks Harald Schmidt als dessen Sidekick in die Lehre. Schmidt hat sich nie politisch engagiert. Das erwartete sein Publikum auch nicht von ihm. Dies ist sowohl bei Böhmermann als auch bei Joko und Klaas anders. Ihre vorwiegend noch jungen Fans sind vor allem vom Internet sozialisiert worden, also in höchst unübersichtlichen virtuellen Welten, in denen an jeder Ecke ein Troll lauert. Sie wollen folglich wissen, wo genau ihre Idole, auch politisch, stehen, selbst wenn die lediglich Großmeister des gehobenen Unsinns sind.

Kai-Hinrich Renner, Berliner Zeitung, 06.03.2020 (online)

Zitiert: 10.000 Kommentare sind bei 81.000.000 Menschen ein Bruchteil

In einem Land von 81 Millionen Menschen sind selbst Zehntausende Kommentare erstens nur ein Bruchteil. Zweitens kommen viele davon von ein und derselben Person, die gleichzeitig auf mehreren Plattformen aktiv ist. Viele Kommentare sind gesteuert, lanciert von bekannten Multiplikatoren oder Influencern. Manche kommen aus Trollfabriken. Sie werden aufgegriffen von einschlägig bekannten Politikerinnen und Medienvertretern, die das Netz ebenso wenig verstehen oder Interesse an der Richtung des Shitstorms haben

Lamya Kaddor, t-online.de, 02.01.2020 (online)

Zitiert: Die Spaltung ist der Kern der Sozialen Medien

Der Wissenschaftler Cass Sunstein von der Universität Harvard hat kürzlich die einschlägige Forschung zusammengefasst: Die sozialen Medien polarisieren Gesellschaften.

Soziale Medien spalten. Die sozialen Medien sind tatsächlich asoziale Medien. Die Spaltung ist ihr Kern, denn die Polarisierung bindet ihr Publikum und diese Bindung lässt sich verwerten.

Sebastian Turner, welt.de, 14.11.2019 (online)

Zitiert: Twitter „bringt“ im Wahlkampf was – aber wenig

In der Debatte um das Verbot politischer Werbung auf Twitter gibt es ein großes Missverständnis. Eingeschränkt oder gar verboten werden nicht Tweets von Politikern, Parteien oder anderen politischen Organisationen. Die … Regelungen beziehen sich ausschließlich auf bezahlte „Twitter-Ads“. Das sind Werbeeinblendungen, die…

Zitiert: Wie liberal ist die Facebook-Community gegenüber anderen Communitys

Facebook wird von zwei Milliarden Menschen genutzt, aber von einer einzigen Person kontrolliert. Es ist eine extrem außergewöhnliche Konzentration von Macht. Irgendwann wird der Gründer sterben. Und was dann kommt, wissen wir nicht, und wir können es auch nicht kontrollieren.

Die Frage ist ja nicht nur, wie liberal die Facebook-Community nach innen ist, sondern wie tolerant sie gegenüber anderen Communitys ist. Ist die Demokratie auch eine Community und wenn ja – ist sie mit Facebook kompatibel?

Adrian Lobe, sueddeutsche.de, 26.02.2019 (online)