Abhängige Firmen haben in 2016 durchschnittlich mehr als achtmal so viel produziert wie die unabhängigen

Horst Röper hat in Media Perspektiven 06/2018 die wesentlichen Daten seiner Studie „Film- und Fernsehproduktion in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen Bundesländern“, die er alle zwei Jahre vorlegt, veröffentlicht.Im Folgenden werden interessante Auszüge zitiert:

 

Deutschsprachige Fernsehsender haben in 2015 und 2016 ein großes Volumen an Neuproduktionen bei der deutschen Produktionsbranche beauftragt. Das Gesamtvolumen lag in beiden Jahren bei 740 000 Minuten. Dieses Produktionsniveau reiht sich auf hohem Niveau ein in die Werte einer Langzeituntersuchung, die von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen beauftragt ist. Da parallel auch die vom Volumen viel kleinere Kinoproduktion hohe Werte erzielte, ergibt sich insgesamt für die Produktionsbranche ein im Langzeitvergleich sehr hohes Produktionsniveau. …. Weiterlesen Abhängige Firmen haben in 2016 durchschnittlich mehr als achtmal so viel produziert wie die unabhängigen

Zitiert: Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der Mitglieder der Produzentenallianz 2016

Die Verteilung der Produktionsumsätze auf private und öffentlich-rechtliche Sender als Auftraggeber hat sich im Verhältnis zum Vorjahr noch etwas stärker in Richtung der Rundfunkanstalten entwickelt. In 2016 erwirtschaften die Mitglieder rund zwei Drittel ihrer Umsätze mit den öffentlichen-rechtlichen und ca. ein Drittel mit den privaten Sendern.

Auch bei der Gewinnentwicklung der TV-Produzenten sank im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der Verlust machenden Unternehmen weiter: von 21 % 2014, 16 % in 2015 auf nunmehr 13 % in 2016. Auch hier stieg der Anteil der Produzenten mit Gewinnmargen zwischen 2,5 % und 10 %. Insgesamt zeigen diese Zahlen, dass die 2015 beginnende Erholung sich fortgesetzt hat – bei den Kinofilmproduzenten noch deutlich stärker als bei den TV-Produzenten.

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Warum die Filmbranche nicht mit einer Stimme spricht

Es gibt im Bereich der Produzenten drei Gruppen. Eine Gruppe sind

  • die fest im Fernseh- bzw. Kinogeschäft verankerten Produzenten, die sich im Rahmen der traditionellen Verwertungsketten refinanzieren,
  • die senderabhängigen Unternehmen, die sich aus denselben Quellen finanzieren, aber auch durch intransparente Auftragsvergaben durch ihre Mütterhäuser ein eigenes Geschäftsmodell haben,
  • die unabhängigen Produzenten, die versuchen, für ihre einzelnen Filme Geld (TV, Filmförderung, Crowdfunding) aufzutreiben und Teile der Finanzierung über Gagenrückstellung selber einbringen.

Die Interessen der ersten beiden Gruppen unterscheiden sich von der dritten Gruppe.