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Zitiert: In Talkshows wird der Vielfaltsbegriff eher pervertiert

Jagoda Mariniç: Doch auch in Talkshows wird der Vielfaltsbegriff eher pervertiert als gut umgesetzt: Unter Vielfalt verstehen manche Redaktionen, einen Vertreter der AfD in die Runde zu setzen oder aktuell jemanden, der Putins Vernichtungskrieg verharmlost und die Fakten über den Ukraine-Krieg verzerrt.…

Zitiert: Mehr Bereitschaft zur Übernahme finanzieller Risiken seitens der Redaktionen

Es bräuchte also einen fairen Umgang mit Freischaffenden und mehr Bereitschaft zur Übernahme finanzieller Risiken seitens der Redaktionen. Und im sogenannten Storytelling bräuchte es mehr Mut zur Reportage. Will heissen: Mehr ergebnisoffene Recherche vor Ort, mehr Ungewissheit, mehr Selbstreflexion. Auch wenn sich diese Werte in keine Marketingbotschaft packen lassen. Ohne grundlegende Umorientierung bleiben Fälschungsskandale – nicht immer gleich in Relotius-Grössenordnung – weiterhin wahrscheinliche Ausgeburten eines Systems, in welchem das Geld die menschliche Realitätserfahrung dominiert.

Pascal Sigg, infosperber.ch, 29.11.2022 (online)

Zitiert: Der wirtschaftliche Aspekt der Relotius-Debatte

Dieser kam bisher kaum zur Sprache. Claas Relotius war als freischaffender Reporter ein Nobody in einem schwierigen Marktumfeld, als er seine ersten Artikel verkaufte. Denn die grossen Redaktionen, welche Erzähljournalismus in den Jahren vor dem Skandal publizierten, wollten häufig Unmögliches: Im entsprechenden…

Zitiert: Erzähljournalismus ist eine Reaktion auf geschäftliche Konkurrenz

Erzähljournalismus, dessen Handwerk häufig und auch abschätzig verallgemeinernd «Storytelling» genannt wird, ist nicht dasselbe wie die Reportage. Indem in den Geschichten Charaktere, Szenen und Dialoge als Vehikel für den Faktentransport benutzt werden, sollen relevante Erkenntnisse effizient vermittelt, die Aufmerksamkeit der Leserschaft länger…