In der gesamten Sahelzone kämpfen Community-Radios darum, auf Sendung zu bleiben – obwohl sie gerade jetzt mehr denn je gebraucht werden. In Niger, Mali und Burkina Faso sind die Sender oft eine der wenigen zuverlässigen Informationsquellen in ländlichen und von Konflikten betroffenen Gebieten. Im Rahmen eines Tandem-Stipendiums am Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) an der Universität von Ghana haben Dr. Lassané Yaméogo und Dr. Viviane Schönbächler untersucht, wie Community-Radiosender auf eine doppelte Krise reagieren: die zunehmende Unsicherheit und den plötzlichen Entzug internationaler Medienfinanzierung. Diese Schocks haben zwar tiefgreifende finanzielle Schwachstellen offenbart, aber sie haben die Sender auch dazu veranlasst, mit lokal orientierten Formen der Eigenfinanzierung und der Unterstützung durch die Gemeinschaft zu experimentieren. Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht nur eine Geschichte der Fragilität, sondern auch der Anpassung, der Widerstandsfähigkeit und der Neuverankerung der Medien innerhalb der Gemeinschaften, denen sie dienen.
Viviane Schönbächler, ejo-online.eu, 18.02.2026 (online)

