Mit dem Begriff Fake News, der ungewollte Fehlinformation sowie bewusste Desinformation umfasst, setzen sich Medienkonsumenten und die Wissenschaft verstärkt seit dem amerikanischen Wahljahr 2016 auseinander. Fake News können als Teilmenge von Junk News verstanden werden, zu denen weitere journalistische Schmuddelkinder gehören, wie sensationell aufgemachte Berichte über Belangloses, Privates und zu Skandalen erhobene Begebenheiten. Als »News« werden in diesem Beitrag wie im englischen Sprachgebrauch nicht nur Nachrichten bezeichnet, sondern alle journalistisch prozessierten Formate, die Aspekte des aktuellen Weltgeschehens aufgreifen. Im Diskurs über Junk News scheint Einigkeit darin zu bestehen, dass sie über ihre Belanglosigkeit hinaus auch schädlich sind, letztlich sogar für demokratische Prozesse. Die mediale und gesellschaftliche Funktion oder gar der Nutzen von Junk News werden bei den vorhandenen Kritiken und Studien selten oder gar nicht thematisiert. Das soll jedoch nun in diesem Beitrag geschehen. Dabei wird die Argumentation auch die Frage berühren, was journalistische Berichterstattung – unabhängig von professionellen Selbstverständnissen – im Kern ist und wie sie ihr Wirkungspotential entfalten kann.
Hermann Rotermund, weisses-rauschen.de, 31.12.2025 (online)

