War es Absicht von Hans-Peter Siebenhaar? Wählte er die Überschrift bewusst so, um dafür zu sorgen, dass das Handelsblatt von vielen anderen Zeitungen – möglichst mehrmals – zitiert wird. Schließlich ist er Medienjournalist. Ihm war mit Sicherheit klar, dass die Überschrift „MDR plant Jugendkanal“ weder die Realität beschreibt, noch aus den Zitaten von MDR-Intendantin Karola Wille abzuleiten ist. Zudem wurde der Jugendkanal in den letzten Jahren nicht nur vom BR und dem SWR unterstützt.
Der RBB stand letzte Woche in der Kritik einiger seiner Rundfunkratsmitglieder. Ein Scherz des Radio-Senders Antenne Brandenburg über den Hauptstadtflughafen kamen bei diesen gar nicht gut an, berichtet die Märkische Oderzeitung.
Seit mehreren Monaten stehen die sechs „Digitalkanäle“ von ARD und ZDF innerhalb der Medienpolitik zur Diskussion. Landesregierungen plädieren dafür, die Anzahl dieser Spartenfernsehprogramme zu reduzieren – und dies unabhängig davon, ob sie CDU- oder SPD-geführt sind. Zuletzt sprach sich die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am 18. Juni auf dem Medienforum NRW in Köln für eine Verringerung aus.
Privatradios und das Regionalfernsehen der Schweiz stehen finanziell deutlich besser da, seit es 2007 eine Reform der Finanzierung gab. Die Gebührenanteile wurden erhöht, die Konzessionsgebiete neu geordnet. Untersucht wurde die Situation von 31 Privatradios mit und ohne Gebührenanteil sowie 13 Regionalfernsehsender.
In letzter Zeit diskutiert die Politik darüber, die „Zahl der Digitalkanäle“ bei ARD und ZDF zu reduzieren. Abgesehen davon, dass es schwierig wird, dies zu begründen, müsste man sich auch in der Begriffswahl anpassen. Denn ARD und ZDF haben jetzt nicht mehr nur sechs reine Digitalkanäle sondern 22. Schließlich werden alle Fernsehprogramme seit dem 30. April nur noch digital ausgestrahlt.