Wenn das Kapital und die Monopole ein großes Interesse an billiger Arbeit haben, dann heißt das, sie haben ein großes Interesse an niedrig qualifizierter Arbeit. Dann wird die Bildung schlecht.
Die Leute lernen dann nur noch konkrete Handgriffe und Skills für eine jeweilige Aufgabe – aber keine Übersicht mehr, kein tieferes Verständnis der Zusammenhänge, nicht einmal der technischen. Es gibt auf der Seite der Management-Beratung schon die Idee, gar keine Fortbildungen mehr für die abhängig beschäftigten einzurichten, sondern alles live im Job zu vermitteln, umzubauen, umzulernen.
Und wenn die Besitzlosen keine Ahnung haben, wie die Produktionsmittel funktionieren, wird deren Weiterentwicklung der lebendigen Arbeit und ihren Interessen immer mehr Terrain wegnehmen.
KI wird dann nicht benutzt, um stumpfsinnige Arbeit zu automatisieren und den abhängig Beschäftigten mehr Zeit für interessante Aufgaben zu lassen. Sondern es wird einfach das automatisiert, was sich am leichtesten von der Maschine imitieren lässt, selbst wenn es interessant wäre, das selbst zu machen. Dann müssen die abhängig Beschäftigten noch mehr von jener stumpfsinnigen Arbeit selbst tun, welche nicht automatisiert wird.
Dietmar Dath, Telepolis, 14.06.2026 (online)

